Diplomarbeiten - ungleiche Vielfalt

Diplomarbeiten

29.11.2011

Ein wichtiger Teil der wissenschaftlichen Ergebnisse von "Ungleiche Vielfalt" sind die Diplomarbeiten, die im Rahmen des Projekts entstanden sind und eine wichtige Brücke zwischen den Forschungsaktivitäten der Studierenden, der SchülerInnen und des Leitungsteams darstellen. Durch ein eigenes DiplomandInnenkolleg an der WU konnte sowohl die systematische Unterstützung der DiplomandInnen, als auch die Rückkoppelung an das Projekt sichergestellt werden. Die in den Arbeiten behandelten Themen sind dabei unterschiedlich eng mit dem Forschungsinteresse von "Ungleiche Vielfalt" verknüpft und beziehen sich teilweise auch auf Satellitenprojekte.


Borufka, Nina (2011):
Ungleiche Zukunft - Strategien und Perspektiven von jugendlichen Migrantinnen beim zweiten Bildungsübergang 

Kinder und Jugendliche mit migrantischem Hintergrund sind mit unterschiedlichen Barrieren und
Hürden konfrontiert. Der Zugang zu Bildung, Gesundheit und Arbeitsmarkt erschwert sich außerdem bei jungen Menschen, deren Eltern nicht nur im Ausland geboren sind, sondern auch aus sozial benachteiligten Schichten kommen. So sind Bildungslaufbahnen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund öfters durch geringere Bildungsabschlüsse oder schulische Misserfolge geprägt, als die von einheimischen Jugendlichen. Dies verstärkt soziale und städtische Polarisierung.
Nina Borufka untersucht mit einem interpretativen Forschungsansatz, wie Mädchen aus Familien der Unterschicht mit migrantischem Hintergrund mit dem zweiten Bildungsübergang ( Übergang von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II) umgehen. Dabei geht sie folgenden Fragen nach, die sie in einem individuellen und strukturellen Kontext analysiert: Welche (Bildungs)Ziele setzen die Mädchen, welche Einflussfaktoren sind in dieser Phase prägend, was fördert die Mädchen, ihre Ziele zu erreichen und was hindert sie daran?
Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass Zukunftsperspektiven zu einem wesentlichen Teil durch den niedrigen sozioökonomischen Status beeinflusst sind, den ihre Familien inne haben. Ungleichheit prägte die Vergangenheit der Mädchen, was sich auf ihre Ist-Situation auswirkt, was wiederum einen großen Einfluss auf ihre Zukunftspläne hat.

Die  Diplomarbeit zum Download  (2,7 MB)




 

Hoffelner, Doris (2011):
Kinder und Jugendliche als NutzerInnen von öffentlichen Freiräumen. Ihre Ansprüche an deren Gestaltung am Beispiel Marie-Ebner-Eschenbach-Park in Wien 

Der Marie-Ebner-Eschenbach-Park in Wien ist der verbindende Freiraum zwischen zwei Schulen (KMS 18 und BG 18), deren SchülerInnen unterschiedliche sozioökonomische Hintergründe aufweisen. Doris Hoffelner untersuchte in ihrer Arbeit, wie sich diese Unterschiede auf die Wahrnehmung, Interpretation und Nutzung öffentlicher Freiräume auswirken und wie die Gestaltung eines öffentlichen Freiraums eine Nutzung und Aneignung durch Jugendliche beeinflusst.

Ergebnis ihrer qualitativer Forschung, die vor allem auf teilnehmende Beobachtung und eine „Zukunftswerkstatt“ mit Jugendlichen aufbaute, ist die Beschreibung zweier Typen von Park-NutzerInnen: Typ „KMS-18-SchülerIn“ und Typ „BG-18-SchülerIn“.
Der Typ „KMS-18-SchülerIn“ nutzt den Marie-Ebner-Eschenbach-Park aktiv und hält sich auch sonst in ähnlichen Parks in der näheren Umgebung auf. Der Typ „BG-18-SchülerIn“ hingegen nutzt diesen und ähnliche Freiräume nicht, sondern bevorzugt größere Landschaftsparks. Beide Typen haben unterschiedliche Vorstellungen, wie der Park gestaltet sein sollte und beziehen bekannte Strukturen, Formen und Funktionen anderer Freiräume, die sie besuchen, in ihre Kritik und ihre Entwürfe ein.

Die Diplomarbeit von Doris Hoffelner wurde als Heft 4 in der Schriftenreihe des bmwf veröffentlicht.

Die Diplomarbeit zum Download (15,3 MB)



 

 

Horbaczynski, Kamil (2011):
Raumnutzung von Jugendlichen in Wien – eine qualitative Analyse

Die Arbeit von Kamil Horbaczynski geht der Frage nach, welche raumbezogenen Verhaltensweisen Jugendliche in ihrer Freizeit verfolgen. Im Mittelpunkt steht die unterschiedliche Freizeitgestaltung von SchülerInnen der KMS 18 und des BG 18, die sich aufgrund ihrer milieuspezifischen Zugehörigkeit ergibt. Die Grundannahme ist, dass sich ein benachteiligtes Milieu auf die Sozialisation, soziales Handeln und Interaktion im Alltag der Jugendlichen auswirkt. Demnach unterscheiden sich die raumbezogenen Verhaltensweisen der Jugendlichen voneinander.

Im Hinblick auf Pierre Bourdieus Kapitaltheorie wird die Wechselwirkung der Kapitalsorten analysiert und auf die Raumnutzung der Jugendlichen umgelegt. Anhand von qualitativen Interviews werden Schüler und Schülerinnen aus zwei verschiedenen Schulkulturen zu ihren Freizeiträumen befragt und ihre Handlungsstrategien analysiert. Auf diesem Wege wird die Bedeutung von unterschiedlichen Raumarten für die Freizeit von Jugendlichen aufgezeigt und mit raumtheoretischen Konzepten in Zusammenhang gebracht.

Die Diplomarbeit zum Download (1,3 MB)



 

 

Schwarzgruber, Christine (2011):
„Der Beruf – ein soziales Erbe?“ Die berufliche Mobilität junger MigrantInnen in Wien als Gegenstand der bildungspolitischen Entwicklungsforschung

Im Fokus der Diplomarbeit von Christine Schwarzgruber stehen jugendliche MigrantInnen am Übergang in die Berufswelt. Sie forschte im Kontext des Satellitenprojekts „Lebensperspektiven – eine gelebte (Berufs-)Orientierung“, das eine neue Form des Berufsorientierungsunterrichts in der KMS 18 etablieren will.
Den SchülerInnen soll dabei vermittelt werden, dass berufliche Tätigkeiten nicht nur als Notwendigkeit und Mittel zum Zweck wahrgenommen werden können, sondern auch als eine mögliche Lebensperspektive. „Gelebte Berufsorientierung“, so die Annahme, kann dabei die berufsbezogene soziale Mobilität der KMS-SchülerInnen erhöhen.

Mittels qualitativer Erhebungsmethoden werden jene Herausforderungen aufgezeigt und analysiert, die sich für die SchülerInnen beim Übergang von der Schule in den Beruf und weiterführende Schule ergeben. Die wissenschaftliche Begleitung und Dokumentation des Übergangsprozesses soll wiederum einen Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis ermöglichen und Praxiserfahrungen aus dem Projekt Lebensperspektiven in den Forschungsprozess rückfließen zu lassen.

Die Diplomarbeit zum Download (1,5 MB)